Montag, 7. Oktober 2019

Die Route 2019 im Überblick

Unsere Rundreise im Überblick, den Tagesstrecken und Übernachtungsorten, sowie den beiden per Car, resp. Minibus zurückgelegten Strecken.


05.10.2019 - Die Heimreise

Kurz nach sechs Uhr wache ich wieder auf, ich habe deutlicher besser geschlafen wie die Nacht zuvor. Nicht dass ich topfit wäre, aber zumindest etwas ausgeschlafener. Kurz vor sieben stehen wir auf und packen unser Nachtlager zusammen. Mit den letzten Euros holen wir uns unseren Frühstückskaffee und setzen uns wieder nach draussen aufs Deck. Die Sonne wärmt ein wenig, es ist schön, die Einfahrt in Bari zu beobachten. Nachdem wir angelegt haben, stellen wir uns in die Schlange und gehen zu unseren Velos, packen wieder alles fertig und verlassen die Fähre. Durch den zoll wir sind wieder in Italien. aus dem Hafen, der Strasse entlang um das Städtchen und dann mitten hinein zum Bahnhof. Noch kurz Geld abgehoben, damit wir noch etwas Proviant für die kommende rund zwölf bis dreizehn Stunden dauernde Zugreise einkaufen können. Ich suche noch einen Shop für Wasser und Brot, erhalte letztendlich aber nur Wasser. Am Bahnhof kaufen wir Cornetti, Kaffee und Sandwichs. Laura holt nochmals ein paar zusätzliche Cornetti. Dann gehen wir aufs Perron, wir müssen einzeln mit dem Lift, da wir nicht gemeinsam Platz haben. Auf dem Perron zum Wagen, abpacken, Velos auseinander bauen, einpacken und einladen. Es geht ziemlich exakt auf und ein oder zwei Minuten später fahren wir los.
Die Zugfahrt bis nach Milano ist relativ unspektakulär. Teilweise schlafend, teilweise plaudernd, zwischendurch essend und Musik hörend fahren wir gen Heimat. In Milano wieder ausladen, zusammenbauen, bepacken, kurz Kaffee holen und dann gleich zum Perron, als dieses bekannt ist. Alles abladen, auseinanderbauen, verpacken und wieder einladen. Kurz nach dem wir unser Gepäck alles eingeladen haben füllt sich der Zug als wie mehr, praktisch alles Schweizerinnen und Schweizer. Mit Gepäck, der Einstiegsbereich ist leicht verstopft. Wir sind froh, etwas früher eingeladen zu haben, jetzt hätten wir wohl keine Chance mehr gehabt mit unseren Velos. Nach und nach verteilen sich die Leute an ihre Plätze, das Gepäck findet Platz und wir können unsere Velotaschen auch noch etwas sinnvoller verstauen und unsere Plätze aufsuchen. wir bekommen einen Zweiersitz, wenn wir im Gegenzug unsere Plätze im Viererabteil abgeben, damit die Familie zusammensitzen kann. Es ist sehr angenehm so im Zug, Laura breitet einen Granatapfel zu, den wir noch essen. Nun geht es so langsam dem Abschied entgegen. Wir tauschen wieder Erinnerungen aus, sehen uns einige Fotos an. wir fahren in die Schweiz ein. Visp. Brig. Wir überlegen uns Ideen für weitere Touren, was zu optimieren wäre, welches Gepäck zu viel war, was gefehlt hat... Spiez... Thun... Der Abschied naht. Bern. Laura hilft beim Ausladen. Wir verabschieden uns, nach drei Wochen praktisch dauerndem Zusammensein ist es ein komischer Moment, noch nicht ganz realisierbar. Laura steigt wieder in den Zug, die Türen schliessen sich. Winken, wie im Film. Aber es ist real. Dann bin ich alleine. Alleine mit meinem Gepäck. Das Velo auspacken, zusammenbauen und beladen. Dann geht es wieder nach Hause. Diese Reise ist endgültig fertig.

Einfahrt in Bari.


Heimfahrt im Zug.

04.10.2019 - Tag 21

Ich wache irgendwann auf. Ein leises Gejammer ist aus dem Nebenraum zu hören. Der Fridolin vogël, also der kleine Fridolin. Kurz darauf verlässt die Mutter mit ihm das Zimmer und kommt etwas später wieder zurück. Etwas später kommt die Grossmutter, unterhält sich kurz mit der Mutter und verschwindet wieder. Ich bin wach, habe das Gefühl, es ist Morgen. Wie sich später herausstellt ist es erst etwa drei Uhr. Irgendwann geht das Licht draussen wieder aus, da merke ich, dass es noch nicht Morgen ist. Später setzt Regen ein. Wieder später wird es geschäftiger, die Mutter steht wieder auf, geht mal raus, wieder rein, nimmt sich zwischendurch noch was aus unserer Proviantbox. Irgendwann höre ich sie mit Laura reden. Dann stehen Laura und die Mutter im Zimmer, die Mutter muss nach Fushë-Kruje zur Arbeit. Etwas später stehen Laura und ich auf und beschliessen, uns so langsam bereit zu machen. Es ist um sechs Uhr und wir haben beide nicht besonders gut geschlafen, vom jeweils anderen jedoch angenommen, ruhig zu schlafen. Der Mann steht ebenfalls auf, bietet uns Kaffee an, den er dann erst noch kaufen gehen muss, den Kaffee kocht dann die Grossmutter. Wir packen langsam, trinken den Kaffee. Der Mann erklärt mir noch, dass er sechs Hühner habe und drei Küken, er fragt mich, ob ich ebenfalls Hühner habe, was ich verneine. Das Wetter ist mittlerweile besser, es regnet nicht mehr und hat ein wenig aufgetan. Dann verabschieden wir uns so langsam, da wir nicht  mehr so viel Lek benötigen, wie wir haben, da wir heute ja zurück reisen, lassen wir etwas da. Der Mann begleitet uns in Richtung Zentrum, die ältere Tochter kommt noch hinterher und berichtet ihm vom Geld, dass er uns umgehend zurückgibt, er möchte es nicht. Wir gehen mit ihm noch einen Kaffee trinken, dann verabschieden wir uns auch von ihm. Es geht in den letzten Tag, die Rückkehr nach Durrës und die Heimreise. Der Aufstieg geht noch weiter. Und er ist weiterhin steil, steiler als ursprünglich angenommen. Wir sind froh, gestern das Übernachtungsangebot angenommen zu haben, es wäre noch ziemlich heftig gewesen. Und von der schönen Aussicht hätten wir auch nichts gehabt. Wir machen eine Pause mit Aussicht, unterhalten uns zu zweit, bis noch eine Hirtin vorbei kommt. Sie spricht nur Albanisch, aber irgendwie geht die Kommunikation, Kaffetrinken etwas weiter oben wird beschlossen. Es kommt noch eine weitere Frau dazu, letztendlich geht es dann zu ihr und die andere Hirtin hat sich verabschiedet. Das Wetter ist wieder wunderbar und wir werden auf ein Grundstück geführt, das sehr grün ist, zahlreiche Bäume und Pflanzen. Sie stellt uns ihren Eltern vor und es geht ins Haus. Die Unterhaltung ist eher schwierig, niemand spricht die Sprache der anderen, mit Google-Translate gelingt es so halbwegs. Es kommen noch zwei Männer zu Besuch und bald trinken wir Kaffee, Laura hat eine Instruktion im türkischen Kaffeekochen erhalten. Rakia lehnen wir ab, wir müssen noch Velo fahren. Dann wollen wir wieder so langsam weiter. Laura erhält noch ein paar Früchte. Unser Apfelvorrat ist praktisch bei Null, so ist es sinnvoll, für den letzten Tag noch etwas Proviant mitzunehmen, erneut ein paar Äpfel, einige weisse und blaue Trauben, natürlich eine grosse, schwere Wassermelone und dann noch ein paar Granatäpfel. So beladen wir unsere Velos  noch mit dem zusätzlichen Gepäck, verabschieden uns von allen, bedanken uns mehrmals und fahren dann weiter. Weiter bergauf. Noch immer auf der Strecke, die eigentlich noch für gestern vorgesehen war... Doch irgendwann sind wir oben, jetzt sollte es noch hauptsächlich abwärts gehen. Doch der Abstieg ist gespickt mit weiteren Anstiegen. Nicht besonders lang, aber eigentlich reicht es uns mittlerweile mit dem Aufwärtsfahren. Und dann beginnt irgendwann tatsächlich noch eine Abfahrt ohne grössere Anstiege. Wir kommen so langsam wieder in Meeresnähe, in der Ferne ist Durrës zu erahnen. Es sollte de restliche Strecke vorwiegend flach weiter gehen. Dann haben wir den Ort erreicht, der gestern unser Ziel war. In einem Café wollen wir rasten und die Strecke mit Internet noch anschauen. Doch da in der Region momentan kein Strom vorhanden ist, gibt es auch keinen Kaffee, etwas weiter sei aber ein Café mit Strom, so fahren wir noch etwas weiter. Es zieht uns in eine etwas touristischere Location, wo wir halbwegs unauffällig einkehren können. Wir folgen einem Wegweiser zu einem Hotel.Restaurant, aber das scheint geschlossen zu sein. Also weiter auf der Strasse. Wir formulieren unser Wunschcafé. Mit Sonnenschirmen, Kellnern in weissen Hemden, einfach etwas untraditionelles. Und kurze Zeit später fahren wir an so etwas heran. Wir setzen uns, trinken Kaffee und Erfrischungsgetränke und essen Suppe. Und zum Dessert Tiramisu. Ich bin etwas müde, nach nur etwa drei Stunden Schlaf. Aber es zieht uns nach Durrës, wir wollen dort ankommen, dort dann etwas ausruhen. So fahren wir dann nach einer Weile wieder weiter. Mehrheitlich flach, noch mit etwas Wind. Wie das so ist kommt der natürlich immer von vorne, zwischendurch auch mal von der Seite. Und ab und zu gibt es auch nochmals kleinere Steigungen zu bewältigen. Wir kommen aber gut vorwärts, die Strasse ist immerhin gut und das Wetter auch. Laura möchte noch ein Glacé, so halten wir an einem Ort, wo es dies scheinbar gibt, kaum sind wir da, noch kaum abgestiegen, da meldet sich ein Gast und meint, wir sollen besser drinnen sitzen. Laura, etwas verärgert über diese Einmischung, ist die Lust auf Glacé vergangen und wir fahren weiter. Bei der nächsten Gelegenheit versuchen wir erneut einen Glacéstopp und werden da in Ruhe gelassen. Dann fahren wir auch wieder weiter. Wir kommen weiter gut voran, ich informiere Laura jeweils über weitere geschaffte fünf Kilometer, was sie jeweils mit Jubelschreien und Armschwüngen goutiert. Wir kommen auf eine grössere Strasse, etwas mehr Verkehr und teilweise grosse Schlaglöcher, so dass sich die Autos nicht kreuzen können und abwechselnd durch die Schlaglochzonen fahren müssen. Wir kommen teilweise fast schneller voran als die Autos, aber meist nur kurzfristig. Gerade habe ich die letzten 15 Kilometer angekündigt, als es unschön tönt. Wir halten. Laura hat einen Platten. 15 Kilometer vor dem Ziel. die erste Panne. Nun ja, die letzten beiden Tage geben nochmals alles... Es ist das Hinterrad und ich künde grossartig an, dass das keine grosse Sache sei und etwa zehn Minuten dauere. Der Schlauchwechsel geht eigentlich auch zügig. Den fetten Nagel haben wir gezogen. Mit dem Pumpen klappt es nur nicht ganz so, wie gewünscht. Die Luft bleibt nicht so ganz im Schlauch. Die zehn Minuten sind schon längst vorüber... Vis-à-vis entdecke ich gleich einen Auto-Servis, also nehme ich das Rad und gehe dort mal vorbei und frage, ob sie mir das Rad mal aufpumpen können. Dies klappt nach einer Weile auch, also es wird mit dem Kompressor aufgepumpt, verliert die Luft aber weiterhin. Also ist der neue Schlauch auch wieder defekt. Der junge Automech nimmt das Rad und meint, er bringe uns schnell zu einem Profi, packt das Rad ins Auto. Ich gehe schnell zurück zu Laura, sie ist dagegen, meint das könnte zu lange dauern. sie gibt mir noch weitere zwei Ersatzschläuche und der Automech steht mit dem Auto scho bei uns und will mich noch einladen. Ich äussere, dass wir das selber machen können, da wir nicht so viel Zeit hätten. Nachdem ich ihm die Ersatzschläuche und Werkzeug gezeigt habe willigt er ein und meint, wir können das drüben machen. so gehe ich mit ihm wieder zur Werkstatt rüber, wir wechseln den Schlauch erneut. die Luft hält wieder nicht. Es bleibt noch der letzte Schlauch, die zwei Automechs gehen nun ganz sorgfältig vor beim wechsel, kontrollieren nochmals Felge und Reifen, testen den Schlauch vor dem Einlegen. Und dann klappt es glücklicherweise, die Luft bleibt drin. Ich bedanke mich glücklich und gehe erleichtert zu Laura zurück. Das Einbauen des Rades ist dann keine grosse Sache mehr. Es ist nun etwa halb Fünf Uhr, wir rechnen noch etwa eine Stunde für die letzten 15 Kilometer. Wir kommen wieder gut vorwärts, noch eine leichte Steigung und dann wird Durrës in der Ferne erkennbar. Unten wird die Strasse grösser, also breiter und die Gegenspuren sind getrennt. Es beginnt der Zielspurt. Wir kommen sehr gut vorwärts, es geht auf sehr guter Strasse flach. Und dann sind wir am Rande von Durrës. Fahren in die Stadt ein, wollen wieder an die Promenade, an welcher wir vor drei Wochen unsere Tour gestartet haben. Nach einer Weile ist auch die erreicht, wir gehen ins selbe Café wie am ersten Tag, setzen uns an den selben Tisch. Und sind erleichtert. Wir haben es geschafft. Drei Wochen. Höhen und Tiefen auf verschiedensten Ebenen liegen hinter uns. Wir sind sehr froh und glücklich, hier zu sein. Und sehen trotzdem auch auf drei wunderschöne Wochen zurück. Wir trinken etwas. Der Kellner, der uns am ersten Tag bedient hat ist auch wieder da und kommt uns begrüssen. Wir sehen uns noch den Sonnenuntergang an und beschliessen, zum Abschluss noch zu Abend essen zu gehen. Wir gehen der Promenade entlang zu einem Restaurant und essen nochmals griechischen Salat, Suppe und Pizza. Es ist nicht das beste, was wir gegessen haben, aber es ist unser Abschlussessen.
Dann fahren wir wieder zurück zum Hafen, in den Hafen und zum Terminal. Eingecheckt ist schnell. Laura hat sich in der Zwischenzeit mit einem ausgesetzten Hund angefreundet, er hat sich am Käse unserer restlihen Pizza gütlich getan. Dann fahren wir in Richtung Fähre. Der Hund folgt uns. Bevor wir durch denn Zoll gehen, äussert Laura, ich solle sie davon abhalten, den Hund mitzunehmen. Durch den Zoll, die Hafenarbeiter lotsen uns auf die Fähre, erkundigen sich, ob dies unser Hund sei, was wir verneinen. Der Hund folgt uns trotzdem. Wir stellen unsere Velos in der Fähre ab. Ein Mitarbeiter erscheint und erkundigt sich erneut, ob dies unser Hund sei, was wir erneut verneinen. Er fragt, ob wir ihn mitnehmen wollen, dann würde er ihn mitlassen, ich verneine sogleich, Laura erbittet kurze Absprachezeit für uns. Ich äussere meine starken Bedenken, besonders in Bezug auf die Einfuhr in Italien oder der Schweiz. Und im Zug. Laura akzeptiert es schweren Herzens. Wir packen für die Fähre und gehen hoch an Deck. Bedingung ist, so zu sitzen, dass keine Sicht auf den Hafen und möglicherweise den Hund möglich ist. so setzen wir uns mit Blick aufs Schiff. Wir reden noch eine Weile, über den Hund und auch anderes, unsere Reisefazit, Erlebnisse, usere Lehren und vieles mehr. Dann gehen wir nach drinnen, suchen uns einen Schlafort, holen uns noch einen Kaffee und ein Gipfeli, für mehr reicht es nicht, wenn wir morgen noch einen Frühstückskaffee wollen. Lek nehmen sie hier nicht, nur Euros. Mit dem Kaffee gehen wir nochmals an Deck, bis wir, mit etwa einer Stunde Verspätung gegen elf Uhr ablegen. Dann gehen wir wieder nach drinnen, bereiten uns für die Übernachtung vor, Zähneputzen, "Bett" vorbereiten, im Kinderparadies haben wir unser Lager aufgeschlagen, noch ein wenig Austausch und dann schlafen.

Aussicht auf die Umgebung am Morgen von unserer Gastfamilie aus.


Die Hühner auf dem Grundstück unserer Gastfamilie.


Wieder ein Blick aufs Meer.


Aussicht ins Landesinnere.


Pausenstelle beim Aufstieg.


Garten und Aussicht unserer Kaffeegastgeberin.


Aussicht aufs Meer...


Unser "Touristenparadies".


Durrës in greifbarer Nähe.


Im Hintergrund die Hochhäuser von Durrës.


Sicht von unserem Stammplatz auf den Stammplatz unserer Velos.


Abendstimmung in Durrës.


Fundi i turneut, das Ende der Tour.


Unser Nachtlager auf der Fähre im Kinderparadies.

03.10.2019 - Tag 20

Nachts hat es ziemlich gewittert und geregnet. Am Morgen ist das Wetter aber wieder besser. Ich habe viel besser geschlafen wie die Nacht zuvor, obwohl ich noch leichte Kopfschmerzen hatte, auch beim Aufwachen. Und nachts wohl auch noch etwas Fieber. Aber, abgesehen von den Kopfschmerzen fühle ich mich wieder fit und voll in der Lage, weiter zu fahren. Wir stehen auf und gehen wieder einen Kaffee trinken. Dann bereiten wir uns abwechselnd vor für die Weiterfahrt. Ans Meer wären es rund 40 Kilometer, nach Durrës rund 90. Aber jeweils mehrheitlich flach. Wir müssen uns noch nicht jetzt entscheiden und fahren erst einmal los. Es geht zuerst ein wenig Auf und Ab, vorerst mit leichtem Höhengewinn, aber dann tendentiell abwärts. Die Strasse angenehm zu fahren, das Wetter optimal. Landschaftlich wieder sehenswert, langsam auch wieder mediterraner. Wir kommen gut voran und entscheiden uns dann, da das Wetter einigermassen mitmacht, für die Meeresvariante. Noch ein Stück geht es abwärts, entlang einem Fluss, von dem hauptsächlich das breite, steinige Flussbett zu sehen ist, durch das sich ein kleines Flüsschen schlängelt. Dann geht es in Richtung Meer. Geradeaus und flach. Die Berge haben wir nun hinter uns gelassen. Es zieht sich und wir sehen nichts vom Meer. So bewegen wir uns vorwärts, es ist zur Abwechslung aber auch ganz angenehm, so flach zu fahren. Und dann geht es entlang dem Meer, immer noch so, dass wir es nicht sehen, sondern nur erahnen können. Dann entscheiden wir uns für einen Kiesweg, der zum Strand und einem Restaurant führt. Stückchenweise müssen wir stossen, da es sich auf dem Weg nicht fahren lässt. Aber dann sehen wir den Strand und das Meer. Es ist bewölkt und der graubraune breite, lange und verlassene Sandstrand sieht etwas trostlos aus. Aber da ist ein Restaurant und wir erhalten etwas zu trinken. Wir besprechen kurz und prüfen weitere Möglichkeiten, denn hier zu bleiben ist auch nicht gerade das, was wir uns mit Meer vorgestellt haben. Rubd 40 Kilometer haben wir. Und die Variante, für die wir uns entscheiden sieht nochmals etwa 60 Kilometer vor. Näher nach Durrës, so dass wir morgen nicht mehr so viel zu absolvieren haben und an einer anderen Stelle zum Meer, dort, wo wir auch wieder Unterkünfte gefunden haben. Wir essen noch einen griechischen Salat, was etwas läbger dauert, da sie erst noch Gurken vesorgen müssen. Und Laura füttert und krault die anwesenden Hunde. Ich halte mich da zurück. Nachdem wir gegessen haben, machen wir uns wieder auf den Weg, das erste Stück ist dasselbe, auf dem wir gekommen sind, doch dann geht es ein wenig kreuz und quer durch das Flachland. Wir kommen uns ein wenig vor, wie in einem Labyrinth. Es geht wieder durch neue Landschaften, wieder eher vom Meer weg. Und es erwartet uns dann auch noch ein Anstieg. Doch noch geht es flach und wir kommen gut vorwärts. Dann geht es durch eine Kieswüste, ein Teil einer Baustelle, ein wenig querfeldein oder besser gesagt querkiesein. Und dann hoch zur Brücke. Da stehen wir hinter der Leitplanke und müssen auf die Strasse. Also heben wir die Velos über die Leitplanke und fahren dann über die Brücke. Nach der Brücke geht es gleich wieder von der grossen Strasse weg und weiter im Labyrinth. Es kommen Gegenden mit eher zerfallenen aber bewohnten Gebäuden und dann wieder solche mit grossen Villen, von Gärten oder halben Parks umgeben. Dann kommen wir an einem kleinen Café vorbei und machen einen kurzen Stärkungsstopp. Die Wirtin setzt sich dann zu uns, sie spricht zwar nur Albanisch, aber tauscht sich trotzdem mit uns, resp. vorwiegend mit Laura, aus und zeigt Fotos und Videos von ihren Kindern und Enkeln in Belgien. Dann wollen wir weiter, wir haben noch einiges vor uns. Die Wirtin will uns einladen, wir lassen trotzdem Geld dort und fahren weiter. Laura wünscht sich schon seit Tagen wieder ein Glacé und im nächsten Örtchen werden wir dann fündig. Wir setzen uns zum Essen der Glacé, es beginnt leicht zu regnen, hört aber auch wieder auf. Nach dem kurzen Halt fahren wir weiter. Es geht durchs Örtchen und angehängte Orte, es geht auf einen Kiesweg, der noch gut befahrbar ist, aber dann in ein kleines Feldweglein übergeht, bevor er in einer 3m langen Einfahrtsstrasse endet, die auf die grosse Strasse führt. Die ist stark befahren und es ist gar nicht so einfach, aber mit etwas Geduld schaffen wir es. Wir machen wieder eine kurze Pause, montieren Licht, es dunkelt wieder langsam ein und fahren dann etwa 1,5 Kilometer auf dieser Strasse, bis es wieder auf eine kleinere geht. Diese ist von Schilf gesäumt und immer noch flach und gerade. Wir unterhalten uns über die praktisch durchgehend guten Strassenverhältnisse, die wir erlebt haben. Und bereuen es nach der nächsten Kurve, als sich die Strasse vom Asphalt verabschiedet und noch aus Kies mit zahlreichen Schlaglöchern, vom Regen mit Wasser gefüllt, besteht. Wir nehmen es mit Humor. Auch als es leicht Auf und Ab geht, die Strasse immer schlechter wird. Es geht zwischen einigen Häusern hindurch und dann kommt eine alte Brücke. Es sieht irgendwie ein bisschen gefürchig aus. In der Dämmerung, bei Regen, eine alte etwas rostige Brücke, die Fahrbahn aus Holzplanken, darunter ein trübgraubraunes Flüsschen, Äste und Bäume liegen darin. Aber auch diese Brücke nehmen wir. Kurz darauf werde ich von einem jungen Mann auf einem Töffli angesprochen. Die Unterhaltung ist nicht wirklich hilf- und aufschlussreich. Ich glaube er will uns ein nahes Café schmackhaft machen, wir wollen aber lieber weiter. Das machen wir dann auch und haben kurz darauf wieder Asphalt unter den Rädern. Es ist praktisch dunkel, Laura montiert nun noch das hellere Licht um nicht nur gesehen zu werden, sondern selbst auch etwas zu sehen. Wir fahren weiter, auf eine Abzweigung zu, nach Ishëm, Laura ruft noch: "aber nicht nach Ishëm, oder?", da biege ich schon darauf ein. Es geht gefühlt senkrecht hoch. Laura zieht an mir vorbei, ich schlängle mich über die ganze Strassenbreite hoch. Wir schimpfen ein wenig. Wir geben uns am zweitletzten Tag nochmals das volle Programm. Wir kämpfen. Meter für Meter. Und entscheiden uns dann für ein kurzes Päuschen. Ich schlage das Mäuerchen etwas weiter vorne vor, Laura interpretiert ein Ziegelsteinhaufen als das Mäuerchen. Immerhin können wir noch lachen. Ein vorbei fahrendes Auto hält bei uns und der Mann auf dem Beifahrersitz spricht uns an. Laura springt mit Italienisch ein und so stellt sich heraus, dass der Mann etwas weiter oben wohnt und uns einen Schlafplatz anbietet. Laura sagt, dass wir gleich nachkämen. Wir machen unsere Pause fertig und setzen uns wieder auf die Velos, machen uns weiter an den Aufstieg mit der Aussicht auf einen baldigen Schlafplatz und nicht erst in knapp 15 Kilometer. Nach einigen weiteren Metern harten Anstiegs kommt uns der Mann zu Fuss entgegen. Einige Meter fahren wir noch, dann schieben wir die Velos den Anstieg hoch, der Mann hilft uns dabei. So kommen wir höher und höher, noch einige Kurven und dann sind wir bei seinem Haus angelangt. Seine Frau kommt und begrüsst uns, dann kommen noch zwei Mädchen und die Grossmutter. Alle begrüssen uns freundlich und sprechen mit uns auf Albanisch. Wir laden die Velos ab, sie sind in einer Art Vorraum des unvollständigen Hauses. Ziehen unsere nassen Regenkleider und Schuhe aus. Dann treten wir in den Wohnraum und werden in den Nebenraum geschickt, wo wir uns trocken umziehen können. Handtücher werden gereicht und der Vorhang gezogen. In diesem Raum schläft noch ein kleiner Junge. Nachdem wir halbwegs trocken sind gehen wir wieder ins Wohnzimmer, Kaffee wird angeboten, was wir gerne annehmen, die Kinder nehmen Laura in Beschlag, ich unterhalte mich irgendwie mit dem Mann, bekomme Baggervideos gezeigt, wo ich sehe wie vor dem Haus gebaut wird und so weiter. Der Kaffee kommt und Laura holt noch unsere Vorratsbox hervor. Viel interessantes haben wir da nicht drin, doch die Kinder oder eigentlich alle haben grosses Interesse daran und bedienen sich freudig, die Kinder etwas weniger zurückhaltend, die älteren etwas zurückhaltender. Etwas später wird noch aufgetischt. Es gibt Nudeln sowie Poulet, also das Fleisch nur für denn Hausherren, Laura und mich. Wir bieten zwar allen mühevoll unser Poulet an, in der Hoffnung es selbst nicht essen zu müssen, aber das Unterfangen bleibt erfolglos. So beginnen wir zu essen. Neben den Nudeln hat es noch gekochte Peperonis, ein Reisgericht und noch etwas käsiges oder so. Es ist sehr lecker und ich bekomme auch ein paar Bissen Poulet, mit genügend Nudeln, herunter. Nach einer Weile tauschen Laura und ich die Teller, möglichst unbemerkt, was nicht ganz gelingt, aber niemand reagiert. So opfert sich Laura für mein restliches Poulet und ich esse noch Lauras restliche Nudeln. Natürlich gibt es auch hier wieder Raki, ich trinke mein, nach dem Kaffee nochmals gefülltes, Glas nicht ganz aus.
Nach dem Essen trage ich zwei Teller in di Küche runter, was dazu führt, dass Frau und Kinder mich mit: "Bravo Flori!" loben und abklatschen, was ich gerade etwas übertrieben finde, Lauras Hilfe wird ohne jeglichen Kommentar als normal oder selbstverständlich angesehen. Ein weiteres Zeichen unserer "Balkan Fem Tour", wie wir sie mittlerweile immer wieder nennen, wenn wir klassische Rollenbilder gezielt übergehen. Wir sitzen wieder im Wohnzimmer, sehen uns Fotos auf dem Handy der Frau an, Familienausflüge, Familienangehörige und so weiter. Später führt Laura Fotos unserer Velotour vor und so vergeht die Zeit. Die Grossmutter und die jüngere der Mädchen gehen langsam zu Bett, uns wird noch die Toilette gezeigt, ein Plumpsklo im Nebengebäude. Danach werden die Schlafplätze eingerichtet. Ich schlafe mit dem Mann im Wohnzimmer auf dem Ecksofa, Laura im Nebenraum in einem Bett und Mutter und die ältere Tochter mit dem Buben im zweiten Bett im Nebenraum. Eine Weile läuft der TV noch, danach ist es mehr oder weniger ruhig. Aus dem durch den Vorhang getrennten Nebenraum höre ich nichts, draussen bellt ein Hund und jemand schreit, wahrscheinlich um den Hund zum Schweigen zu bringen. Der Erfolg ist mässig. Ich liege lange wach. Etwa um zehn Uhr sind wir zu Bett, vor Mitternacht bin ich kaum eingeschlafen. Es war ein sehr ereignisreicher Tag.

Landschadtsimpression I


Landschaftsimpression II


Landschaftsimpression III


Es wird flacher...


Strand & Meer...


Landschaftsimpression IV


Wer erkennt den Weg? Querkiesein... ;-)


Wohnhäuser...


Der Asphalt hat sich aus dem Staub gemacht...


Die gespenstische Brücke...

Sonntag, 6. Oktober 2019

02.10.2019 - Tag 19

Wir haben beide nicht besonders gut geschlafen. Ich sehr unruhig, immer wieder erwacht. Und ich fühle mich nicht so ganz wohl heute morgen. Leichte Nausea, gleichzeitig auch Hunger. Und irgendwie doch auch müde. Laura steht schon mal auf. Kurz darauf reicht die Kommunikation gerade noch aus, damit mir Laura einen unserer zahlreichen leeren Plastiksäcke reichen kann. Die Erdnüsse von gestern Abend haben sich wieder einen Weg nach draussen gesucht. Ich fühle mich nun etwas besser und wir gehen einen Kaffee trinken. Doch bald macht sich bei mir wieder Unwohlsein bemerkbar. Ich fühle mich nicht fit. Ich überlege, ob ich weiterfahren kann. Es wechselt immer wieder, in einem Moment habe ich den Eindruck, es geht und ich bin wieder fit, im nächsten habe ich den Eindruck es geht gar nicht. Letztendlich sehe ich es als sinnvoller, hier noch zu bleiben und heute nicht weiter zu fahren. Ich gehe mich nochmals hinlegen, versuche mich zu erholen, noch etwas zu schlafen und meinen Magen irgendwie zu beruhigen. Nausea habe ich zwar keine mehr, aber irgendwie ist der Magen etwas ambivalent. Valentin hat noch eine Quitte aufgeschnitten, dies sei gut für den Magen. Schmecken tut es nicht wirklich und ich esse nur in sehr kleinen Bissen, aber ich habe das Gefühl, dass es doch ein wenig hilft. Auch ein paar Salzstangen esse ich noch, um zumindest ein bisschen was im Magen zu haben. Und auch Cola beruhigt den Magen etwas. Laura ist ein wenig in das Örtchen gegangen, während ich mich versuche auszukurieren. Nach ein bisschen Schlaf fühle ich mich besser, gehe kurz nach unten. Nachdem ich wieder ins Zimmer komme ändert sich mein Zustand rasch und ich schaffe es gleich noch auf die Toilette, bevor ich mich erneut übergeben muss. Ich lege mich wieder hin und versuche weiter zu schlafen. Als Laura etwas später zurückkommt, geht es mir noch nicht wirklich gut, aber auch nicht ganz schlecht. Wir machen auf dem Gaskocher noch die zweite Suppe, die ich am dritten Tag, als Laura angeschlagen war, noch gekauft habe. So essen wir ein bisschen was zu Mittag. Danach lege ich mich erneut hin und hoffe, nun alles bei mir behalten zu können. Ich kann nochmals ein wenig schlafen und am späteren Nachmittag fühle ich mich etwas besser. Ich setze mich wieder etwas nach draussen, im Zimmer ist es ziemlich warm, draussen deutlich angenehmer. Der Hunger kommt wieder so langsam und ich esse noch die restlichen Salzstangen. Nach dem duschen fühle ich mich bereits viel besser und esse noch etwas Brot und Käse. Müde fühle ich mich immer noch etwas, aber ansonsten fühle ich mich wieder fit. Laura geht nochmals kurz ins Örtchen, ich schreibe noch etwas Blog und versuche dann zu schlafen. Die Planung für morgen ist noch etwas flexibel, auch etwas wetterabhängig. Der eigentliche Plan wäre gewesen, heute ans Meer zu gehen, vielleicht liegt das morgen noch drin, alternativ gehen wir bereits in Richtung Durrës, wo wir übermorgen sowieso wieder auf die Fähre gehen. Ich finde den Schlaf lange nicht, aber irgendwann nimmt es mich dann doch und ich schlafe ein.

01.10.2019 - Tag 18

Wir schlafen heute mal wieder etwas aus, stehen gegen acht Uhr auf und bestaunen die Aussicht auf das Nebelmeer vom Balkon aus. Gemütlich gehen wir wieder ins Restaurant um zu frühstücken. In der warmen Sonne auf der Restaurantterrasse starten wir ruhig in den Tag. Für heute ist eine ähnliche Strecke wie gestern vorgesehen, so dass wir keinen Stress haben. Laura geht sich zwischenzeitlich bereit machen, ich blogge etwas. Gegen Mittag essen wir nochmals, ähnliches wie gestern zum Abendessen. Dann gehen wir zurück ins Zimmer, Laura legt sich noch eine halbe Stunde hin während ich mich bereit mache und packe, bevor wir dann wirklich losgehen geniessen wir nochmals die Aussicht vom Balkon. Dann beladen wir die Velos und fahren los. Es geht den Anstieg von gestern wieder abwärts. und kurz darauf nach links von der Strasse, von welcher wir kamen, ab. Es ist ein wunderschöner Tag, die Sonne scheint, die Strasse ist wenig befahren, weist zwar deutlich mehr Schlaglöcher auf wie wir das bisher erlebt haben, aber diesen lässt sich gut ausweichen. Wir zählen zu Beginn die Lavazh, Autowaschstätten, da wir festgestellt haben, dass es davon doch eine ganze Menge gibt und wir uns fragen, ob sich das in dieser Anzahl überhaupt lohnt. Die Landschaft ist auch heute wieder schön und die Strasse geht noch vorwiegend abwärts oder flach. Wir gelangen zum See, der zumindest auf der Karte als solcher erkennbar ist, in Realität scheint er ziemlich ausgetrocknet, es ist eher Weideland, aber vereinzelt sind kleine verlassene Ruderboote sichtbar, vielleicht führt der See doch auch manchmal mehr Wasser. Kurz nach dem See geht es langsam aufwärts. Wir fahren durch ein kleines Dorf, das mehr aus einzelnen Häusern besteht, wohl eine Art Bauerndorf. Die Häuser sind anders gebaut, wie wir das bisher gesehen haben und scheinen älter zu sein. Wir kommen zu einem Café und setzen uns. Kaffee gibt es zwar keinen, also nehmen wir was anderes zur Erfrischung. Im anliegenden Market kaufen wir noch Wasser und Kaugummi und fahren dann weiter. Nun geht es stet etwas aufwärts. Wobei stet eigentlich falsch ist, in Albanien haben wir meist ein leichtes Auf und Ab. Also geht es einige Meter aufwärts, darauf folgt eine kurze Abfahrt, bevor es erneut aufwärts geht. Bald erkennen wir in der Ferne eine Art Schlösschen auf einem Berg. Wir sind etwas irritiert, passt irgendwie nicht zu dem, was wir bereits so gesehen haben. Die Strasse scheint daraufhin zuzusteuern und so sind wir gespannt, ob wir herausfinden, was es ist. Nach einer Weile beginnt dann ein steilerer Anstieg, der doch auch ziemlich anstrengend ist. Das Schlösschen kommt immer näher. Dann haben wir den Aufstieg geschafft. Beim Schlösschen befindet sich wieder ein Café, es sieht etwas touristisch aus, aber wir sind die einzigen Gäste. Ich habe kurz zuvor bereits eine kurze Pause eingelegt und mich mit gefüllten Salzstangen gestärkt, nehme hier noch einen Riegel. Der Rest sollte es noch vorwiegend abwärts gehen und so nehmen wir diesen Teil gestärkt noch in Angriff. Wir kommen dann auch gut voran und erreichen nach einer knappen Stunde auch schon Rreshën, unseren heutigen Zielort. Am Ortsausgang finden wir auch gleich die vorgesehene Unterkunft. Der Gastgeber spricht italienisch und wir erhalten ein Zimmer. Wir haben beide nicht das Bedürfnis, noch in den Ort zu gehen und wollen von unseren Vorräten zehren. Laura geht heute wieder einmal zuerst ins Bad, ich schreibe wieder etwas Blog. Danach setzen wir uns vor unser Zimmer, geniessen den Abend und essen Trauben, die uns der Gastgeber noch gegeben hat. Valentin, der Gastgeber, bietet uns noch Rakija an, so setzen wir nach unten zu ihm an den Tisch, Laura führt die Konversation auf italienisch, ich verstehe mehr oder weniger. Wir erhalten noch einen Granatapfel und er gibt uns noch von der Feigenkonfitüre zu probieren, die hier hergestellt wird. Dann ziehen wir uns wieder zurück, Valentin hat noch Besuch seines Cousins erhalten. Unser Abendessen bestand aus den Früchten, auch noch aus den Äpfeln, die Laura vor einigen Tagen bei der Rückkehr nach Albanien erworben hat und Erdnüssen. Dann legen wir uns langsam schlafen.

Das Nebelmeer am Morgen unter Burrel.


Das zweite Frühstück.


Die süssen kleinen Kätzchen.


Landschaftsimpression I.


Landschaftsimpression II.


Landschaftsimpression III.


Der "See".


Landschaftsimpression IV.


Landschaftsimpression V.


Das Schlösschen.


Landschaftsimpression VI.


Aussicht von unserem Zimmer in Rreshën aus.

30.09.2019 - Tag 17

Wir stehen wieder etwas später auf wie gestern. Für heute sind knapp 40 Kilometer geplant mit nicht besonders viel Steigung, also ein ruhiger Tag. Wir gehen zum Frühstück ins Restaurant oben im Hotel. Danach nehmen wir im Café vis-à-vis noch einen Kaffee, bevor wir uns dann fertig machen. Laura geht noch kurz Wasser holen, während ich das Schutzblech wieder ganz in Ordnung bringe. Dann werden die Velos wieder bepackt und wir fahren los. Es geht durch die Fussgängerzone aus dem Städtchen hinaus in leichter Steigung dem Tal entlang. Es ist durchaus wieder sehenswert, der Blick zurück, ins Tal, auf die Ebene, umgeben von Bergen. Das Wetter ist gut, warm. Die Strasse ruhig und gut, etwas später geht es auf eine etwas stärker befahrene Strasse, aber auch die ist angenehm. Nach der kurzen, leichten Steigung geht es hauptsächlich wieder abwärts. Und es kommt wieder langsam Zivilisation. Kurz bevor der Abstieg ganz fertig ist, legen wir eine Kaffeepause ein. Laura kauft am Strassenrand frische Feigen, dann setzen wir uns ins Café. Laura isst Pilaf und Kartoffeln (resp. sind es letztendlich Pommes), dann fahren wir weiter. Im nächsten Örtchen essen wir noch eine Glacé, dann geht's flach weiter, entlang einem Flüsschen. Wie aus dem nichts tauchen am Strassenrand plötzlich Maisverkäufer auf. kleine Unterstände, also jeweils vier Stecken mit einem kleinen Dach, darunter ein offenes Feuer auf welchem die Maiskolben grilliert werden. Die fertigen Maiskolben in der Hand stehen sie dann am Strassenrand, winken damit und bieten sie feil. Alle paar Meter sehen wir das jetzt, aber kurz darauf verschwinden diese Stände wieder und wir sehen keine mehr. Wir fahren weiter. Immer noch mehrheitlich flach. Es geht über eine Brücke und dann beginnt der Schlussanstieg nach Burrel. Wir radeln uns Kurve für Kurve hoch, bis wir in Burrel einfahren. Wir fahren in Richtung Zentrum und setzen uns in ein kleines Café, wo wir was trinken, uns austauschen und Theorien entwickeln. Dann gehen wir noch Geld abheben und fahren zur Unterkunft. Das Einfahren in die Unterkunft ist ein wenig wie das Eintauchen in eine andere Welt. Es wirkt hier sehr liebevoll, überall Topfpflänzchen, sehr begrünt. Wir beziehen das Zimmer, mit Balkon und Sicht auf das Tal und die gegenüberliegenden Berge, wunderschön. Wir kommen an, geniessen den Balkon, den Ausblick, den Frieden. Gegen Abend gehen wir runter ins Restaurant und erhalten dort etwas zu essen. Bohnensuppe, Kürbisbyrek und griechischer Salat. Es ist wunderbar und wir essen bei untergehender Sonne auf der Restaurantterrasse. Zum Dessert nehmen wir noch einen Salep, eine Art Puddinggetränk, schwer zu definieren. Danach gehen wir zurück ins Zimmer und bald einmal ins Bett.

Morgen über Bulqizë.


Unterwegs...


Landschaftliche Impressionen.


Auf der sanften Abfahrt.


"Gärtchen" in der Vila Bruci.


Aussicht von unserem Zimmerbalkon in der Vila Bruci.